Mit der Umleitung des Stroms ist die Wiener Donauregulierung abgeschlossen. Der alte Hauptarm wird zur Alten Donau, einem ruhigen, rund sechs Kilometer langen Gewässer – dem späteren Revier des Stammvereins.
Die wichtigsten Daten aus der Geschichte des Union Yacht Club Stammvereins seit 1875. Ausführlich erzählt sie die Seite Geschichte des UYC-Stammvereins; die Belege stehen unter Quellen.
Mit der Umleitung des Stroms ist die Wiener Donauregulierung abgeschlossen. Der alte Hauptarm wird zur Alten Donau, einem ruhigen, rund sechs Kilometer langen Gewässer – dem späteren Revier des Stammvereins.
Der englische Gasingenieur Edward Drory errichtet am Westufer der Alten Donau ein kleines Holzhaus als Seglerheim, die spätere Villa Miramar. Gesegelt wird zunächst vor allem auf dem Neusiedlersee, wo Drory mit selbst konstruierten Yachten wie „Triton“ (1878) und „Leonore“ (1885) unterwegs ist.
Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Hugo Weidel beschließen die Segler vom Neusiedlersee, sich zu einem Verein zusammenzuschließen. Ein Komitee aus Edward Drory, Prof. Dr. Gustav Lott und Constantin Freiherr von Popp soll Statuten ausarbeiten.
Die Statuten werden beschlossen und Anfang April von Drory, Lott und Popp beim Ministerium des Innern eingereicht.
Das Ministerium des Innern bescheinigt die Bildung des Vereins „Union-Yacht-Club“ (Zl. 5945).
Konstituierende Generalversammlung des Union Yacht Clubs und zugleich des Stammvereins. Präsident wird Prof. Dr. Hugo Weidel, Oberbootsmann Edward Drory, der als eigentlicher Gründer gilt. Der Stammverein ist damit der älteste bestehende Segelverein Österreichs.
Robert Freiherr von Walterskirchen gründet den ersten Zweigverein der Union am Wörthersee.
Auf dem Neusiedlersee siegt die „Vanessa“ mit Baron Popp am Steuer über ein Boot des Oedenburger Ruder- und Segler-Clubs. Am 19. September folgt die erste Pocal-Regatta des Clubs.
Eugen Freiherr von Ransonnet-Villez gründet den Zweigverein am Attersee – heute der größte Segelverein Österreichs.
Die Generalversammlung wählt Constantin Freiherr von Popp zum Vorstand, Eugen Freiherr von Ransonnet zu seinem Stellvertreter. Wenige Tage später nimmt der Marinekommandant Vizeadmiral Maximilian Freiherr von Sterneck die Stelle des Ehren-Commodore an – der Club hofft, mit seiner Hilfe die Adria zu erreichen.
In Abbazia entsteht unter Dr. Carl Ritter van der Strass ein Zweigverein an der Adria; er geht 1890/92 im k.u.k. Yachtgeschwader auf.
Gustav Fritz und die Brüder Thausing gründen den Zweigverein am Traunsee mit Sitz in Gmunden.
Der Neusiedlersee verlandet zusehends. Der Stammverein segelt fortan fast nur noch auf der Alten Donau. 1897 schafft er mit den Alsterjollen „Edward“ und „Marie“ seine ersten Clubboote an.
Edward Drory, inzwischen in Berlin, schenkt dem Stammverein sein Seglerheim an der Alten Donau samt seiner Yacht „Nirwana“. Die Villa Miramar ist seither im Besitz des Vereins. Sein Bruder Henry Drory war am 24. Juli 1899 in Wien gestorben.
Prof. A. von Frisch, Dr. Paul Strohschneider und andere gründen den Zweigverein mit Sitz in St. Gilgen.
Nach einem Beschluss der außerordentlichen Generalversammlung vom 24. April nimmt das Ministerium die „Umbildung des Union-Yacht-Club“ zur Kenntnis. Der UYC wird ein Dachverband; Stammverein und Zweigvereine erhalten ein gleichlautendes Normalstatut. Der Stammverein stellt weiterhin die Clubleitung.
Edward Drory stirbt am 2. oder 3. September 1904 in Berlin. Die Clubflaggen wehen auf Halbmast.
Mit allerhöchster Entschließung darf der UYC den rot-weiß-roten Bindenschild mit Spangenkrone im blauen Kreuz seiner Flagge führen.
Gründung des Zweigvereins am Mondsee; erster Obmann ist Robert Baum.
Weil die Alte Donau eng ist und der Wasserstand stark schwankt, lassen sich viele Mitglieder nach dem Vorbild von Professor von Larisch Segelkanus bauen – 1911 sind es 11, 1913 schon 17.
Zum 25-jährigen Bestehen erhält der Club das Recht, sich „Kaiserlich-Königlicher Union Yacht Club“ zu nennen.
Der Bregenzer Segel Club von 1895 schließt sich als Zweigverein der Union an (bis 1920).
Auf den Seen kommt das Segeln fast zum Erliegen, nur an der Alten Donau wird weiter gesegelt – am 30. September 1917 mit 26 Booten. Die Wiener Vereine gründen einen gemeinsamen Wettfahrtausschuss.
Nach dem Ende der Monarchie lehnt sich der UYC an den deutschen Segelsport an und gewinnt dort bald großes Gewicht; 1927 findet der Deutsche Seglertag in Wien statt.
Der Kongress macht die Union zu einem straff geführten Gesamtclub mit einem Seglertag als oberstem Organ. Die Sonderstellung des Stammvereins endet.
Gründung des Zweigvereins am Millstättersee (bis 1938); die Festschrift „10 Jahre UYC Zweigverein Millstättersee 1923–1933“ spricht für 1923.
Nach dem Tod von Präsident Dr. Hans Freiherr von Friebeisz (1923) stirbt auch Hofrat Prof. Dr. Carl Schlenk, Obmann des Stammvereins. Ein außerordentlicher Seglertag wählt am 10. Februar Prof. Hans von Frisch zum Präsidenten und Sektionschef Dr. Hans Maurus zum Vizepräsidenten.
Die Wiener Zeitschrift „Flugzeug und Yacht“ wird offizielles Organ des UYC; bis Ende 1926 erscheinen dort alle Mitteilungen und Wettfahrtberichte.
Sektionschef Dr. Hans Maurus übernimmt den Stammverein und führt ihn bis 1938; in den 1930er-Jahren ist er auch Präsident des Gesamtclubs.
Dr. Herbert Körbl, Dr. Kurt Ludwig Müller und Dipl.-Ing. Rudolf Schlenk gründen den Zweigverein am Mattsee.
Festseglertag im Festsaal der Technischen Hochschule, Bankett im Hotel Meißl & Schadn und am Tag darauf ein Ball in der Hofburg. Maurus würdigt den Stammverein als „Pflegestätte der Kleinsegelei“.
Mitglieder des Stammvereins gründen einen Zweigverein, um den Neusiedlersee wieder „als Segelreich für Wien zu erschließen“. Er wird als zehnter Zweigverein aufgenommen; Obmann ist Direktor Ing. Rudolf Walker.
Der Club gibt eine eigene Zeitschrift heraus (bis 1937). Der Stammverein besitzt 47 Segelboote, darunter 21 Kanus und 17 Rennjollen der an der Alten Donau entstandenen 10-qm-Klasse.
Der Stammverein entsendet Dr. Robert Johanny in der 12-Fuß-Jolle zu den Olympischen Spielen in Amsterdam. Mitglieder stiften den Donau-Pokal für die 10-qm-Klasse, Hamburger Segler kommen an die Alte Donau. Eine eigene Jugendabteilung wird gegründet.
Unter der Führung des UYC entsteht der Ständige Ausschuss der österreichischen Seglervereine, 1933 umgewandelt in den Verband der österreichischen Seglervereine.
Eine Mannschaft unter Dr. Hermann Lerch mit den Junioren Rolf von Halle und Hans Heinz Böcker gewinnt dreimal in Folge die österreichische Jollenmeisterschaft der 22er-Klasse.
Der Stammverein richtet die Olympia-Auswahlrennen in der neuen Olympiajolle aus – dafür kauft er die Clubboote „Nirwana“ und „Donau“ – und auf der Oberen Alten Donau die erste österreichische Staatsmeisterschaft im Segeln.
Am Gründungstag feiert der Club mit einem außerordentlichen Seglertag im Festsaal des Alten Rathauses und gibt das Jahrbuch „Fünfzig Jahre Union-Yacht-Club“ heraus.
Der UYC verliert seine Selbständigkeit; der Stammverein wird „Zweigabteilung Union Yacht Club Wien“ des Yacht-Clubs von Deutschland, Vereinsführer ist Direktor Rudolf Walker. Der Club verliert „eine Anzahl bedeutender und angesehener Mitglieder“. Der Wiener Segel- und Ruderclub geht im Stammverein auf; dazu kommt das Starthaus am Ostufer.
Der Reichsstatthalter in Wien leitet die Löschung des 1886 gegründeten Gesamtclubs ein. Der Stammverein besteht als Zweigabteilung weiter.
Fünf Bomben treffen das Clubgelände am Fischerstrand, das Starthaus wird durch Beschuss verwüstet, fast alle Boote sind verloren. Willy Riedl sammelt als „Obmann der ersten Tage“ einen neuen Ausschuss; alle Union Yacht Clubs nehmen Namen und Flagge wieder an.
Der Club baut das Starthaus aus Eigenmitteln als Holzbau neu. Im selben Jahr entsteht der Österreichische Segelverband, der viele frühere Aufgaben des UYC übernimmt.
Das Mitglied Harald Musil vertritt Österreich bei den Olympischen Spielen.
Dr. Hanns und Dr. Erwin Bousek gründen den jüngsten Zweigverein in Neufeld an der Leitha; Pate ist der UYC Neusiedlersee.
Die Kriegsschäden sind behoben, eine Kaimauer errichtet und das neue Clubwarthaus fertig. Die Flotte besteht nun vor allem aus Piratjollen.
Auf Betreiben von Baurat h.c. Dipl.-Ing. Rudolf Schlenk wird im 75. Jahr des UYC der Traditionsverband gegründet, dem seither wieder alle Union Yacht Clubs angehören. Der Stammverein zählt 95 aktive Mitglieder.
Erstmals nach dem Krieg entsteht eine eigene Jugendabteilung, betreut von Clemens Baillou und Dr. Peter Mohilla; ab 1973 baut Dr. Michael Schwamberger über die Albertus-Magnus-Schule die Jugendarbeit neu auf.
Als erster Wiener Verein segelt der Stammverein Regatten auf dem neuen Entlastungsgerinne, der heutigen Neuen Donau.
Die Jugendabteilung zählt 39 Mitglieder und gewinnt unter Oberbootsmann Dr. Herbert Steiner 100 Preise in einer Saison. 1978 segeln Mannschaften des Stammvereins im 420er bei der Kieler Woche und der Weltmeisterschaft in Dänemark.
Anfang 1980 brennt das Starthaus ab und kann wegen behördlicher Schwierigkeiten nicht wieder aufgebaut werden. Dr. Herbert Steiner führt den Verein von 1980 bis 1998.
Zum 100-jährigen Bestehen erscheint die Festschrift des Stammvereins mit dem Beitrag von Ing. Rolf Halle.
Mag. Alexander Schmid-Siegel führt den Stammverein bis 2011.
Mag. Michael Steiner übernimmt die Führung des Stammvereins. Sitz ist weiterhin die Villa Miramar am Fischerstrand.